Gesund schlafen im Allgäu

Der Landgasthof Hubertus in Apfeltrang bei Kaufbeuren im Allgäu ist vorbildlich in der Umsetzung eines umweltfreundlichen Qualitätssystems im Hotel. Neben zahlreichen Maßnahmen im Umweltschutz-Bereich sind gesamten Hotel keine DECT-Schnurlostelefon im Einsatz, sondern lediglich analoge CT1+ Telefone. Der Landgasthof Hubertus wurde für seine Bemühungen um den Umweltschutz mit dem Umweltsiegel der Bayerischen Staatsregierung in Gold ausgezeichnet.

Mobilfunkmasten im Fernsehen

Gibt es einen Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Beschwerden und der Anwesenheit von Mobilfunkmasten? Dieses Thema wird seit längerem intensiv und mit zahlreichen “pro und contra” - Argumenten versehen.

Auch die ZDF-Sendung MonaLisa widmete sich in ihrer aktuellen Ausgabe dieser Frage. Die Folge mit dem Thema “Machen Mobilfunkmasten krank?” wird heute nacht um 2:40 Uhr wiederholt.

Der Bericht analysiert die Beschwerden von elektrosensiblem Menschen, die in direkter Nähe zu Mobilfunkmasten leben. Eine Zusammenfassung der Sendung kann hier gelesen werden.

Dr. Markus Jodl, Pressesprecher von T-Mobile nimmt dieses Problematik jedenfalls nicht so ernst:

“Wenn es immer noch Leute gibt, die sagen, sie haben dort gesundheitliche Beschwerden, dann müsste man gucken, woran das liegt. Befindlichkeitsstörungen können zehntausende Gründe haben. Elektrosensibilität im wissenschaftlichen Sinn gibt es eigentlich nicht.”

Bilden wir uns Krankheiten nur ein?

… - oder was ist der Sinn und Unsinn von Studien?

Kennen Sie den Noceboeffekt?
Der Noceboeffekt stellt das Gegenteil des bekannteren Placeboeffekts dar und er bedeutet, dass negative Erwartungen einen nachteiligen Einfluss haben können. Dahinter liegt auch der Gedanke der „sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiungen“.

Die Selbsterfüllende Prophezeiung ist eine Vorhersage, die sich erfüllt, nur weil sie vorhergesagt bzw. erwartet wurde. In Bezug mit der Realität existiert aber kein oder möglicherweise sehr geringer Zusammenhang, als er in der Erwartung existiert. Die Überlegung basiert auf dem Prinzip, dass man selbst auf die Umwelt Einfluss nimmt und versucht sie so in die Richtung zu verändern, die man erwartet. Demnach wird die Erwartung zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Eben dieser Effekt soll das Hauptergebnis einer Pilotstudie der Katholischen Universität Eichstätt im Augsburger Landesamt für Umwelt (LfU) haben. Untersucht wurde, ob die hochfrequenten elektromagnetischen Felder einer UMTSMobilfunkbasisstation einen Einfluss auf die Befindlichkeit von Personen haben, deren Arbeitsplatz sich in der unmittelbaren Umgebung befindet. So fühlten sich die Studienteilnehmer des Landesamtes deutlich schlechter, wenn sie annahmen, die UMTS-Mobilfunkbasisstation auf dem Solardach des LfU sei angeschaltet, obwohl sie tatsächlich nicht in Betrieb war. Die genaue Methodik der Studie lässt sich hier nachlesen.

Aber was ist die Schlußfolgerung einer solchen Studie?

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geht in einer Studie aus dem Jahr 2006 davon aus, dass 6 % der bundesdeutschen Bevölkerung über 14 Jahren elektrosensibel reagieren. Sind das nun alles Hypochonder und haben sich ihre Probleme nur eingebildet?

Ein paar kritische Anmerkungen zur Studie sollten auch noch erlaubt sein. Die Methodik der Pilotstudie ist unbestritten gut, da es sich um eine “Doppel-Blind-Studie” handelt, die keiner der Probanden beeinflussen kann- auch nicht der Versuchsleiter!. Allerdings ist die Betrachtungsweise bei dieser Feldforschung, also den Fokus lediglich auf die UMTS-Mobilfunkbasisstation auf dem Solardach des LfU zu legen, etwas zweifelhaft.

Wer sagt uns denn, in welcher exponierten Lage - in Sachen Hochfrequenz - das LfU Augsburg überhaupt liegt? Oder ob dort an den Arbeitsplätzen eventuell mit DECT-Telefonen und W-LAN gearbeitet wird?

Eine ebenfalls interessante Betrachtungsweise ist auch das private Wohnumfeld der einzelnen Probanden: Gibt es Menschen in der Versuchsgruppe, die bereits Reduzierungsmaßnahmen im häuslichen Umfeld durchgeführt haben und bewusst auf DECT-Telefone & Co. verzichten? Diese Menschen sind im Normalfall - wenn es sich nicht gerade um elektrosensible und/oder vorgeschädigte Personen handelt - etwas resistenter oder unempfindlicher, wenn sie entsprechenden Belastungen ausgesetzt werden.

Oder ist das Gegenteil der Fall und einer der Probanden lebt in einem “hochtechnisierten” Haushalt, hat sein Festnetztelefon abgeschafft und telefoniert nur noch mobil? Das sind jetzt nur zwei Extremfälle, aber all das sind Fragen, die in einem solchen Feldversuch mitberücksichtigt werden sollten.

Das Hauptproblem aller wissenschaftlichen Versuche, Forschungen und Studien ist, dass immer wieder versucht wird, aus Gründen der Reproduzierbarkeit, das zu untersuchende Problem herauszukristallisieren, um eben reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten.

Doch am Ende ist man vielleicht genauso schlau wie am Anfang.

Gesund schlafen im BIO-Hotel

Nicht zu unrecht widmet Best-Practice-Blogger Burkhard Schneider der Hotelkooperation “BIO-Hotel” einen eigenen Beitrag, in dem er die Besonderheiten in der Küche und des Essens heraushebt. Ob nun die aus seiner Sicht “magere Mitgliederzahl” von 45 Hotels ein postives oder negative Zeichen sind, bleibt erstmal dahingestellt. Es ist allemal ein Ausweis für die strengen Qualitätsregeln, die bei BIO-Hotels aufgestellt sind.

Auch der Trend zum gesundem Schlaf und der Reduzierung von Elektrosmog im Hotelzimmer geht an den BIO-Hotels nicht vorbei.

“Dass man sich gegen diese Strahlen schützen oder sich abschirmen kann, zeigen BIO-Hotels wie Eggensberger im Allgäu oder das Naturhotel Grafenast in Tirol. Aber auch das Thema Baubiologie ist ein entscheidender Wohlfühlfaktor. Die Verwendung natürlicher Baumaterialien, die weitestgehend frei von chemischen Zusätzen sind sowie die Verwendung von
natürlichen Formen und Farben spielen bei den BIO-Hotels eine große Rolle.”

Das Sensotel Eggensberger im Allgäu ist gleichzeitig Mitglied der Kooperation Sensotel und hat sich auch dort den strengen Qualitätsregeln unterworfen.

Hotelkooperation BioHotels

Weiterhin verwirrend für den Gast und Internetnutzer bleibt die unglückliche Domainbelegung der BIO-Hotels. Unter der prägnanten Domain www.biohotels.de bzw. www.bio-hotels.de gastiert nicht die Hotelkooperation, sondern ein Infoportal über biologische Hotels. Dieses Projekt ist allerdings seit Anfang 2007 samt Domain zu verkaufen. Vielleicht ändert es sich ja demnächst!

Zukunftsforschung contra Risikoforschung

Der größte Feind des Fortschritts soll ja bekanntlich nicht der Irrtum sein, sondern die Trägheit. Entsprechend notwendig ist die Zukunftsforschung in neue Technologien. Wer sich aber in neues Terrain begibt, sollte sich auch der möglichen Risiken bewußt sein.

Eine leichte Ironie bleibt dann wohl nicht verborgen, wenn man sich zwei zeitnahe Pressemeldungen in direkter Verbindung betrachtet . Auf der einen Seite lehnt die Bundesregierung die Anfrage der Grünen ab, das “Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm” zur Erforschung der Riskien und Gefahren des Mobilfunks weiterzuführen. Unter anderem wohl auch, weil die Mobilfunkunternehmen sich nicht mehr an der Forschung beteiligen wollen (8,5 Mio Euro).

Und dass dieses Geld in der Zukunftforschung “besser” angelegt ist, zeigt dann die Meldung von heute:

“Die Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone werden ein gemeinsames Forschungsprojekt zu neuen Technologien im Mobilfunk starten. Dazu wollen beide Unternehmen gemeinsam mit deutschen Industrie- und Forschungspartnern zusammenarbeiten, um mit Unterstützung der deutschen Regierung zukünftige Mobilfunktechnologien zu entwickeln und zu evaluieren, die höhere Datenraten ermöglichen werden.”

Unwissenheit bleibt immer der größte Fehler.

Keine Forschung über Mobilfunk-Gefahren

Verfolgt man die Diskussion um die Auswirkungen und möglichen Gefahren von Mobilfunk, so steht immer wieder ein Argument im Vordergrund, dass wunderbar von beiden Seiten benutzt werden kann: Die fehlenden Studien zu Langzeitfolgen.

Die junge Technik des Mobilfunks, die erst Anfang der 90er Jahre zu einem Massenphänomen geworden ist, macht die Abschätzung von Langzeitfolgen bisher schwierig. Um so wichtiger ist es, kontinuierlich Untersuchungen durchzuführen, die verlässliche Ergebnisse für Verbraucher und Unternehmen bringen.

Dieser Aufgabe hat sich seit Anfang der Jahrtausendwende das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm gestellt. Das Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm, das durch das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) initiiert wurde, wird vom BfS umgesetzt und wie folgt koordiniert:

Im Zeitraum von 2002 bis voraussichtlich Ende 2007 werden zum Thema “Mobilfunk” ca. 50 Forschungsvorhaben in den Disziplinen Biologie, Dosimetrie, Epidemiologie und Risikokommunikation durchgeführt. Dabei wird der Bereich bewusst breit gefasst und geht z.T. über den derzeit genutzten GSM und UMTS-Standard hinaus. Ziel ist es u.a., grundsätzliche Wirkungen und Mechanismen zu klären sowie mögliche Ursachen der Elektrosensibilität aufzudecken. Es wird angestrebt, dass die Ergebnisse Relevanz für den gesamten Bereich der Telekommunikation haben und möglichst auch für zukünftige Entwicklungen Aussagen zulassen.

Auch die Mobilfunkbetreiber haben sich in einer Selbstverpflichtung vom 05. Dezember 2001 diesem Vorhaben angeschlossen und es mit 8,5 Mio. Euro gefördert.

In der Selbstverpflichtung heißt es:

Man nehme aber auch die Vorbehalte und Kritik in Teilen der Bevölkerung ernst und wolle deshalb die Vorsorge weiter verstärken.

Aber nichts ist so vergänglich wie “das Geschwätz von gestern”. Denn obwohl die bisherigen Ergebnisse des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogrammes auf ernsthafte Probleme hinweisen, wollen weder die Bundesregierung noch die Mobilfunkbetreiber diese Untersuchungen fortführen bzw. unterstützen.

In der einer der letzten Ausschuss-Sitzungen im Bundestag wurde der Antrag der Grünen auf Verlängerung des Mobilfunk-Forschungsprogramms abgelehnt. Gegen die Stimmen der Grünen, der Linken und selbst der FDP hat die Regierungskoalition eine Weiterführung abgelehnt. CDU-Vertreter sollen laut Pressemeldung der Grünen sogar von “Panikmache” gesprochen haben.

Schaut man sich die Ergebnisse und Aussagen des Forschungsprogramms einmal näher an, so ist die Beendigung um so unverständlicher. In einer Anhörung des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz am 07.12.2006 zum Thema „Einfluss des Mobilfunks auf die menschliche Befindlichkeit“ gibt das Bundesamt für Strahlensschutz folgende Erkenntnisse weiter:

Zum Thema WLAN:

“Das BfS empfiehlt daher, … kabelgebundene Alternativen vorzuziehen.”

Zur Kennzeichnung der Strahlenbelastung von Handys:

“Frage: Was spricht dagegen, diese Werte auf dem Handy selbst (im Display) und bei der Werbung (verpflichtende Angaben) anzubringen?
Es spricht nichts dagegen, den Wert anzugeben, sondern alles dafür.”

Zur grundsätzlichen Strahlenbelastung:

“Die Bewertung des aktuellen Erkenntnisstandes zeigt, dass wissenschaftliche Hinweise auf mögliche Risiken tatsächlich bestehen. Das Bundesamt für Strahlenschutz ist der Ansicht, dass Vorsorgemaßnahmen angesichts der bestehenden wissenschaftlichen
Unsicherheiten bei hochfrequenten elektromagnetischen Feldern unabweisbar sind.”

Und das BFS stellt eindeutig klar, dass eine Weiterführung der Untersuchungen notwendig sind, um (endlich) die Langzeitfolgen abzuschätzen.

“Es erscheint aber schon jetzt sehr wahrscheinlich, dass hinsichtlich der Fragen nach möglichen Langzeitwirkungen und einer eventuell höheren Empfindlichkeit von Kindern mit dem Abschluss des DMF keine abschließenden Aussagen
möglich sein werden. Hier bestehen grundsätzliche methodische Probleme, die eine wissenschaftliche Bearbeitung dieser Fragen momentan erheblich erschweren und längerfristige Untersuchungen erforderlich machen.”

Um so unverständlicher ist es, dass dieses Programm von der Bundesregierung gestoppt wird. Aber beim gesteigerten Aktionismus von Innenminister Schäuble ist es vielleicht nicht mehr nötig, weil der Mobilfunk und das Internet zur Terrorabwehr grundsätzlich verboten wird!

Einfach mal abschalten

Das Gefühl kennt jeder und auch nicht erst seit es Mobilfunk gibt: Ein ungebetener Gesprächspartner “belästigt” einen mit seinen unnützen Erzählungen. Wie werde ich ihn möglichst schnell wieder los? Welche Ausrede habe ich noch nicht bei ihm versucht? Der zwanghafte Glaube durch das Handy immer erreichbar sein zu müssen, hat diese Problematik noch verstärkt. Wir warten nicht mehr nur auf die wirklich wichtigen Anrufe, sondern werden auch “rund-um-die-Uhr” von ungeliebten Menschen kontaktiert. Eine eigentümliche Art der Abhilfe soll die “Excuse Box” von ThinkGeek bieten. Für nur zehn US-Dollar lassen sich vom krachenden Gewitter über Verkehrslärm bis zum Babygeschrei verschiedene Geräusche simulieren, um die Ausrede glaubhafter zu machen.

Der (kostenfreie) Tipp der Smog-Blogger: Das Handy einfach mal abschalten hilft auch!

Excuse box

Traum(a) der Unerreichbarkeit

… oder die Entstehung eines Trends

Es ist eine typische Szenerie an der Rezeption eines Hotels. Voller Stolz und Überzeugung begrüßt die Empfangsdame den ankommenden Hotelgast und freut sich, ihm mitteilen zu dürfen, daß er ein Zimmer erhält, das gegen elektromagnetische Strahlen abgeschirmt ist. Einem gesunden und erholsamen Schlaf steht nichts im Weg.
Der Gast ist leicht verunsichert und schaut die Dame zweifelnd an. Es ist ihm förmlich anzusehen wie ihm die Gedanken durch den Kopf schießen und sich langsam ein Horrorszenario aufbaut. „Elektrosmogfrei … das heißt kein Handy-Empfang … das bedeutet nicht erreichbar zu sein … wer wollte mich erreichen … welche Anrufe erwarte ich dringend … was passiert in der Welt da draußen, wenn ich abgekapselt werde von der Außenwelt …?
Doch bevor er seine aufsteigende Panik zum Ausdruck bringt, beruhigt ihn die gelassene Rezeptionsmitarbeiterin. Das Handy bleibt empfangsbereit. Wenn auch mit geringerer Empfangsleistung. Ruhe breitet sich aus. In Gedanken entspannt sich der Hotelgast: „Der Urlaub kann beginnen. Notfalls bin ich ja erreichbar.“

Vielleicht ist es die berühmte Frage nach dem Huhn und dem Ei. Ist das Mobilfunkgerät nun der seit Jahrhunderten erwartete Segen, daß wir endlich immer im Notfall erreichbar sind. Oder hat die Nutzung des Handys dazu geführt, daß wir meinen, immer erreichbar sein zu müssen. Reichen zwei Wochen Erholung ohne Handy und womöglich sogar ohne Medien aus, daß wir denken, unsere Bekannten und die gesamte Welt hat sich so verändert, daß wir sie nicht mehr wiedererkennen. Ist das Handy unser nötiges Mittel zur essentiellen Kommunikation, oder sind wir unterbewußt zu Sklaven der vermeintlich notwendigen „24 Stunden – Erreichbarkeit“ geworden?

„Der wahre Luxus der Zukunft ist vernetzte Unerreichbarkeit“
Matthias Horx

Der Satz: „Alles wird immer komplizierter, alles wird unübersichtlicher“, ist eine der am meisten gebrauchten Floskeln seit Mitte der 90er Jahre. Das Schlagwort der „Globalisierung“ dient als „Pseudo-Entschuldigung“ für sämtliche gesellschaftliche Entwicklungen. Die Rasanz von Entwicklungen und die Schnellebigkeit von Ereignissen suggeriert uns die ständige Aufmerksamkeit. Entscheidungen müssen in immer kürzeren Zeiträumen getroffen werden, Wissen muß in immer weniger Zeit erworben werden.
Irgendwann übersteigt aber das mediale Angebot die menschliche Wahrnehmung. Aus der Lust an der Information wird Streß im Alltag. Die Befriedigung sich mit Ereignissen intensiv zu beschäftigen zerfällt im Druck, daß das Neue schon wartet. Die Gesellschaft verwandelt sich in eine Ablenkungsgesellschaft.

„Multitasking“ – viele Dinge gleichzeitig zu tun – wird die überlebenswichtige Kulturtechnik, um die vermeintliche Komplexität des Alltagslebens zu überstehen. Wir lesen, sehen fern, essen, reden mit dem Partner und denken nebenbei über das Geschehene nach. Alles passiert gleichzeitig. Wir lassen uns ablenken und lenken dabei andere ab. Ungeteilte Aufmerksamkeit und Konzentration wird an den Rand gedrängt.

„In einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Arbeit und Leben
verschwimmen, müssen wir schnell sein – aber langsam essen.
Schnell sein, aber den Rosenduft riechen können.
Die große Herausforderung ist: die Unterschiede in
jenem Lärm finden, der sich Information nennt. Der
Schlüssel ist zu verstehen, daß wir nicht schnell sein müssen,
weil wir ein Rennen laufen, sondern
daß wir ein Rennen ohne Ziellinie laufen.“
Vincent Krawich

Polly Ghazi, englische Journalistin und Pionierin der „Downshifting- Bewegung“, vergleicht diesen Effekt mit einem Computer, der mit zunehmendem Abarbeiten von ständig mehr Programmen und „Subroutinen“ immer langsamer wird. Wir werden in Wahrheit nicht schneller, sondern langsamer, weil wir uns ins Nebensächliche verzetteln.

Was bedeutet das nun für die Hotellerie?

Zu den beliebtesten Werbesprüchen in der Hotellerie zählen: „Dem Alltag entfliehen“ und dem „Streß entkommen“.

Was sich im ersten Moment erholsam anhört und von keinem Urlaubsgast bezweifelt werden kann, bleibt in der eigenen ironischen Sackgasse stecken.

So sehr der streßgeplagte Urlauber abschalten möchte, so wenig bereit ist er auf seinen medialen Luxus zu verzichten. Das Handy, der Fernseher und das Internet (- mittlerweile als W-Lan-Angebot in durchgängiger Verfügbarkeit an allen Orten) dürfen auch im entferntesten Winkel nicht mehr fehlen.

Wenn der Logik zu folgen ist, daß jeder Entwicklung auch eine Gegenentwicklung folgt, dann folgt der totalen Mobilität die Sehnsucht nach Unerreichbarkeit. Genauso wie der hybride Konsument von heute nach seinem Besuch im Feinkostladen die restlichen Lebensmittel im Discounter kauft, verspürt er das Verlangen nach Momenten der Stille und völliger Distanz von der Vernetzung.

“Immer und überall erreichbar zu sein, wertet im Gegenzug gerade die Privatsphäre auf. Die Bedeutung der gewollten Unerreichbarkeit wird dadurch erheblich steigen. Es könnte für manche Menschen ein paradoxer Effekt entstehen: Durch die Verbreitung von Erreichbarkeit ist Unerreichbarkeit mit Ranggewinnen verbunden – man wird also um so bedeutsamer, je unerreichbarer man wird“
Heinz Bude (50) Professor für Soziologie an der Universität Kassel.

Die Unerreichbarkeit entwickelt sich zum Wettbewerbsvorteil. Wenn es „chic“ wird nicht erreichbar zu sein, dann muß das Angebot hierfür auch die Ausschließlichkeit wahren.
Ein Wellnesshotel mit W-Lan im ganzen Haus und Handy-Lade-Stationen an der Vitamin-Bar widerspricht sich selbst, wenn sie mit der „Befreiung vom Alltagsstreß“ wirbt. Es wendet sich vielmehr nur an die Zielgruppe der „Erreichbarkeits-Fanatiker“.

Ob sich der Wunsch nach Unerreichbarkeit im Kloster auslebt oder im Urlaub auf dem Einöd-Bauernhof im Allgäu … Ob der Urlaubsgast seine Reiseentscheidungen nach dem letzten verbliebenen Funklöchern in Deutschland auswählt und sich über www.funkloch.info sein passende Ziel auswählt … - um die Momente der Stille, wird ihn wohl jeder geplagt Manager beneiden.

„Als Führungskraft muß man sich Langsamkeit leisten können.“

Vortrag: Auswirkungen von Mobilfunk

Die Neue Presse Coburg berichtet über einen Vortrag von Dr. Volker Schorpp zum Thema “Risiko Mobilfunk: Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen“.

Unter anderem spricht Dr. Schorpp auch über den oft zitierten “Geldrollen-Effekt“. Entdeckt wurde dieser Effekt Ende der 1990er-Jahre vom deutschen Mediziner Dr. Hans-Joachim Petersohn. Zwei Regionalsieger des Wettbewerbs Jugend forscht haben dieses Phänomen dann 2005 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach nur 20 Sekunden dauernden Handytelefonaten konnten sie in den Blutbildern ihrer Versuchspersonen deutliche Verklumpungen roter Blutkörperchen beobachten - eben den Geldrolleneffekt.
Unter Einwirkung elektromagnetischer Felder verklumpen rote Blutkörperchen zu zylinderartigen Gebilden, die wie ein Stapel Geldmünzen aussehen. Die komplette Studie ist auf der Internetseite des h.e.s.e.-Projektes nachzulesen.

Gesund schlafen in der Oberpfalz

Das Hotel Lehmeier nutzt das Thema “Gesund schlafen” als Wettbewerbsvorteil, um Radfahrtouristen gezielt anzusprechen. Der familiär geführte Gasthof hat in seinen Hotelzimmern Netzabkoppler eingebaut, die die Verbindung zum Stromkreis trennen, sobald das letzte elektrische Gerät ausgeschaltet wurde. In der Reisedatenbank www.fahrradreisen.de wird dies als zusätzlicher Anreiz genutzt, um Gästen die Reiseentscheidung zu erleichtern.